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18.09.2019

Landesfischereitag: Trockenheit und Berufsnachwuchs macht Brandenburgs Fischern zu schaffen

Potsdam - Der diesjährige Landesfischereitag findet vom 18. bis 19. September in der Heimvolkshochschule Seddiner See statt. Das Treffen organisieren der Landesfischereiverband Brandenburg-Berlin und das Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow (IfB). Die Veranstalter laden Fischer, Behördenverteter und Wissenschaftler ein, um Probleme und Chancen der Fischerei in Brandenburg zu diskutieren und aktuelle Ergebnisse der Fischereiforschung des Instituts auszuwerten.

Die anhaltende Trockenheit macht den Fischern Sorgen. Der akute Wassermangel in zwei aufeinanderfolgenden Jahren sorgt für Wasserknappheit in Brandenburgs Gewässern. Aber auch der Kohleausstieg in der Lausitz würde die Fischer betreffen. Bei einer Stilllegung des Kraftwerks Jänschwalde ist die Aufzucht der Setzkarpfen in Gefahr, ein großer wirtschaftlicher Schaden für die Teichwirtschaft in Peitz. Weiterhin sorgt fehlendes Grubenwasser für Wassermangel in einigen Fischgewässern im Süden Brandenburgs. Geschützte Arten wie Kormorane, Grau- und Silberreiher, Fischotter und Biber wirken sich auf die Erlöse aus. Fehlender Berufsnachwuchs aufgrund insgesamt schwieriger Rahmenbedingungen mach den Fischern ebenfalls zu schaffen.

Steckbrief: Fischerei in Brandenburg

Derzeit wirtschaften in Brandenburg 125 Fischereibetriebe auf einer Gewässerfläche von 56.000 Hektar. Die Karpfenerzeugung findet in 36 Aquakulturbetrieben mit 4.000 Hektar statt. Annähernd 600 Personen sind in Brandenburg in der Fischerei beschäftigt. Die Fangmenge in Brandenburg beträgt derzeit etwas mehr als 1.000 Tonnen. Hauptfischarten sind Aal, Hecht, Zander. Das zurücksetzen von Gewässern in einen nährstoffarmen Zustand führt zum Rückgang der Zandererträge. Karpfenteichwirtschaften im Land erzeugen 650 Tonnen Speisekarpfen.

Lachs und Meerforelle

Bei Lachs und Meerforelle besteht seit 1998 das Ziel, die sich selbst erhaltenden, fischereilich nutzbaren Bestände auszubauen. Seit 1999 erfolgte der Besatz des Stepenitzsystems. Bis heute sind 1,1 Millionen Lachse und 1,5 Millionen Meerforellen ausgesetzt. 2004 begann der Einsatz in der Schwarzen Elster/Pulsnitz. Bis heute wurden 250.000 Lachse eingesetzt. Der Fischbesatz erfolgte mit Brut, Halbjährigen und Smolts verschiedener Herkünfte. In der Stepenitz sind knapp 1500 Lachse und Meerforellen nachgewiesen, in Schwarze/Elster/Pulsnitz sind 19 Lachse und Meerforellen nachgewiesen. Während der Projektlaufzeit in den betreffenden Gewässersystemen wurden zahlreiche Querverbauungen beseitigt und die Durchgängigkeit wiederhergestellt.

Erforderlich sind weitere Untersuchungen, Klärung zu möglichen Einflussfaktoren im gesamten Elbeeinzugsgebiet und weitere Bestandsstützungen durch Fischbesatz. Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle wird gefördert aus der Fischereiabgabe und Eigenmittel des Landesanglerverbandes Brandenburg e. V.

Wiederansiedlung des Störs

Seit 2007 gibt es Aktivitäten, in Brandenburg den Stör wieder anzusiedeln. Der Baltischer Stör wird an der Oder und der Europäische Stör an der Elbe in Brandenburg eingesetzt. Projektträger sind die Gesellschaft zur Rettung des Störs sowie das Institut Binnenfischerei. Finanziert wird der Einsatz aus der Fischereiabgabe, Mitteln des Europäischen Fischereifonds und Landesmitteln. Der Stör ist der größte europäische Wanderfisch und kann bis zu acht Meter Länge betragen.

Aalmanagement

In Brandenburg werden in Elbe und Oder Aal in Größenordnungen eingesetzt, allein 2019 10 Tonnen Aal mit einer Stückmasse von 4 bis 7 Gramm. Seit 2009 gibt es Aalmanagementpläne in Brandenburg, mit Aalbesatz an Elbe und Oder.

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