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27.11.2019

Landwirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand – erste EIP-Ergebnisse vorgestellt

Potsdam  –  Um die landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit zu verbessern, unterstützt das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium mit EU- und Landesmitteln im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) die Zusammenarbeit von Landwirten und Wissenschaftlern zur Lösung praxisrelevanter Probleme. Nach vierjähriger Arbeit haben die ersten beiden Operationellen Gruppen ihre Abschlussergebnisse in Potsdam vorgestellt.

Untersuchungen zur Sauenhaltung

In dem von der Agrargenossenschaft Beyern e.G. initiierten EIP-Projekt „Bewegungsbuchten für säugende Sauen in der Produktion“ begann ein Team aus Praktikern und Wissenschaftlern am 15. Februar 2016 mit der Arbeit. Es wurden verschiedene Bewegungsbuchten im Abferkelbereich der Agrargenossenschaft Beyern getestet. Ziel war, eine optimale Lösung hinsichtlich Tiergerechtheit, Arbeitsbedingungen und Wirtschaftlichkeit zu finden, die sich vor allem auch für den Umbau der in Brandenburg noch weit verbreiteten Typenstallbauten eignet. Im Ergebnis wurde eine Vorzugsvariante entwickelt, die auf Praxistauglichkeit erfolgreich getestet wurde. Beweis dafür sind 20 Besuche von Praktikern und Fachexperten bereits während der Projektbearbeitung.

Stoffliche Verwertung von Gärresten

Das zweite Projekt wurde vom Forschungsinstitut Bioaktive Polymersysteme e. V. mit vier Landwirtschaftsunternehmen aus dem Havelland umgesetzt. Es befasste sich mit der stofflichen Verwertung von Gärresten und der Produktion von Lignin in der Landwirtschaft, dem „Effizienz-Modul für Biogasanlagen“. Die nährstoffreichen Gärreste aus Biogasanlagen unterliegen den Regelungen der Düngeverordnung und dürfen demzufolge nur in der Vegetationszeit ausgebracht werden. Für die Zeit dazwischen ist ausreichend Lagerkapazität vorzuhalten. Durch die Erschließung neuer Nutzungsmöglichkeiten in Form der Gewinnung von Lignin erhofften sich die beteiligten Landwirte zum einen die Begrenzung der kostenintensiven Lagerkapazität und zum anderen zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf des Chemierohstoffs Lignin, der in der Asphaltherstellung Verwendung finden kann.

Es wurde ein spezifisches chemisches Verfahren entwickelt, das den Faserverbund zwischen Cellulose und Lignin in den Gärresten aufbricht, im Anschluss durch Filtration die Flüssigkeit dem Biogasprozess wieder zuführt und letztendlich durch eine Hydrolyse das Lignin gewinnt. Die weiterführende ingenieurtechnische Umsetzung der Ergebnisse zeigt, dass bei einer Ausbeute von 0,43 Kilogramm Lignin je Kilogramm festen Gärreststoff und einem realisierten Verkauf des Lignins der Bau eines Effizienzmoduls als Ergänzung zu bestehenden Biogasanlagen wirtschaftlich sein könnte. Zusätzlich werden Emissionen reduziert und der Biogasprozess begünstigt. Der Nutzen für die Landwirte ist abhängig von der Platzierung des Lignins auf dem Chemierohstoffmarkt. Diese Fragen sollten die Akteure nach Abschluss des Projektes weiterverfolgen.

EIP-Agri in Brandenburg

Bisher werden 22 Brandenburger EIP-Projekte mit 24 Millionen Euro gefördert. Es sind 87 Akteure aus landwirtschaftlichen Unternehmen bzw. Gartenbaubetrieben in die Projektarbeit eingebunden. 25 dieser Unternehmen arbeiten nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Weiterhin sind 38 Wissenschaftler und weitere Akteure aus dem Bereich Landtechnik, aus Verbänden und Vereinen sowie 13 Berater beteiligt. Die Mitglieder der unterschiedlichen Projektgruppen arbeiten mit festgelegten Aufgaben in Operationellen Gruppen zusammen und widmen sich gemeinsam der Lösung der Projektaufgabe.

Die Projekte beziehen sich auf Probleme im Acker- und Pflanzenbau, in der Tierhaltung, im Gartenbau und auf die Weiterentwicklung und Etablierung von Lösungen im Rahmen von Wertschöpfungsketten. Dabei zielen 48 Prozent der Projekte auf die Verbesserung klimarelevanter und umweltschonender Aspekte ab und 27 Prozent der Projekte fokussieren sich auf die Weiterentwicklung tiergerechter Haltungsverfahren.

Alle Brandenburger EIP-Projekte stellen sich mit ihren Projektzielen und den Ergebnissen auf der Website https://eip-agri.brandenburg.de/ unter „Projekte“ vor.

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