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Besserer Hochwasserschutz an der Elbe und Spatenstich für Kultur im Rinderstall – Umweltminister Vogel vor Ort in Elbe-Elster

- Erschienen am 15.07.2020

Mühlberg – Mit fünf aktiven Baustellen an Deichabschnitten in Mühlberg im Landkreis Elbe-Elster in diesem Jahr ist Brandenburg dabei, die Hochwassersicherheit für die Region enorm zu erhöhen. Auf seinem Arbeitsbesuch in Elbe-Elster hat sich Umweltminister Axel Vogel heute mit Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und der Beigeordneten der Stadt Mühlberg, Hannelore Brendel, einen Eindruck vom neuen, 3,7 Kilometer langen Deichbauvorhaben zwischen Altbelgern und Brottewitz verschafft. Zuvor setzte Axel Vogel den ersten Spatenstich für das Mühlberger Kultur- und Freizeitzentrum, das mit Mitteln des Umweltministeriums aus EU-Förderprogrammen für ländliche Entwicklung in einem ehemaligen Rinderstall des Klosters Marienstern entsteht.

Besserer Hochwasserschutz

Rund 5 Millionen Euro investiert das Land in Mühlberg mit Hilfe des Bundes und der Europäischen Union, um die Bürgerinnen und Bürger vor Hochwasserereignissen in Mühlberg zu schützen. Mit dem Bauvorhaben, dem sogenannten Teilobjekt 2 (TO) wird im Wesentlichen der vorhandene Hochwasserschutzdeich an den heutigen Stand der Deichbautechnik und an die neue Bemessungshöhe von 10,11 Meter (plus 81,68 Meter Normalhöhennull (NHN) am Pegel Mühlberg/Elbe) angepasst.

Axel Vogel: „Der Hochwasserschutz in Mühlberg kommt voran und die Anpassungen an die gestiegenen Anforderungen für einen verbesserten Hochwasserschutz werden umgesetzt – das ist eine gute Nachricht! In der Vergangenheit war Mühlberg mehrfach von Elbehochwassern bedroht, zuletzt beim Jahrhunderthochwasser 2013. Zu Recht wurden die Forderungen aus der Region nach Ertüchtigung der Deiche zum Schutz der Stadt immer lauter. Mit der Fertigstellung der Maßnahmen in der zweiten Jahreshälfte 2022 wird Mühlberg für weitere Hochwasser besser gerüstet sein“, ist Vogel überzeugt.

Bereits im Winter starteten die bauvorbereitenden Maßnahmen. Momentan werden große Erdmassen, gefördert im benachbarten Mühlberger Elbekies-Werk, angefahren und modelliert. Aufgrund des Baustellenverkehrs sind auf der Zufahrtstraße nach Martinskirchen Ausweichstellen für den Begegnungsverkehr eingerichtet.

Im Bereich der angrenzenden Wohnbebauung in Altbelgern wird aufgrund fehlender Flächen und zur Gewährleistung der Standsicherheit eine 170 Meter lange Spundwand errichtet. Aus Vorsorgegründen ist das lange Deichstück in zwei Bauabschnitte unterteilt, da auch während der Bauausführung der Hochwasserschutz gewährleistet bleiben muss.

Der erste Bauabschnitt beginnt nördlich der Ortslage Altbelgern (Deich-Kilometer 1plus300) und endet an der Überfahrt nach Martinskirchen (Deich-Kilometer 3plus150). Der zweite Bauabschnitt beinhaltet den weiteren Deichabschnitt (Station 3plus150 bis 5plus000) bis nördlich der Zuckerfabrik bei Brottewitz. Den weiteren Verlauf bildet das TO 3 Los 1 (Brottewitz Zuckerfabrik bis Köttlitz Altdeich), welches voraussichtlich 2021 fertiggestellt wird.

Alle Bauabschnitte sollen in der zweiten Jahreshälfte 2022 fertiggestellt sein. Die Firma EUROVIA VBU GmbH, NL Leipzig, führt die Bauarbeiten aus.

Spatenstich für Kultur- und Freizeitzentrum Mühlberg

Mit dem Ausbau des ehemaligen Rinderstalls des Klosters Marienstern zu einem Kultur- und Freizeitzentrum der Stadt Mühlberg mit EU-Mitteln gewinnen die Lebensqualität in Mühlberg und die öffentliche Freizeit- und Tourismusinfrastruktur an Attraktivität. Von den sich auf 1.507.278,75 Euro belaufenden Gesamtkosten beträgt die Zuwendung durch das Umweltministerium 1.058.450,10 Euro.  

Das Kloster Marienstern ist in seiner Nutzung einzigartig in Mitteldeutschland. Die Mühlberger Klosterbauten sind von großer Bedeutung für die Architektur- und Kunstgeschichte. Sein Ökumenisches Haus der Begegnung und Stille betreibt der gleichnamige Verein. Mit Bildungsangeboten und differenzierten Programmen öffnet es sich für Einzelpersonen, Gruppen und Familien, religiöse und nicht konfessionell Gebundene. Das Angebot reicht von kurzen Veranstaltungen bis zu mehrtägigen Seminaren mit Aufenthalt im Kloster. In der ehemaligen Propstei befindet sich das überregional bekannte „Museum Mühlberg 1547“. Dauerausstellungen informieren über die „Schlacht bei Mühlberg“ am 24. April 1547, die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Speziallagers sowie über die Stadtgeschichte.