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27.06.2022

Grüne Schulhöfe für Brandenburg – Umweltminister Vogel und DUH-Bundesgeschäftsführer Müller-Kraenner besuchen Kinderschule Oranienburg

Potsdam – Im Wettbewerb „Zehn grüne Schulhöfe für Brandenburg“, der gemeinsam vom Umweltministerium und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ausgerufen wurde, konnten sich im vergangenen Jahr Brandenburger Schulen für eine finanzielle und fachliche Unterstützung bei der naturnahen und klimagerechteren Umgestaltung ihrer Schulhöfe bewerben. Dabei wurden vier sogenannte Umsetzungsschulen gesucht, die bereits eine Planung für ihren Schulhof erarbeitet haben. Heute besuchten Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel und DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner die Kinderschule Oberhavel – eine der Umsetzungsschulen – und beteiligten sich an der Gestaltung des Schulhofs.

Zusammen mit dem Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Kraenner, dem Bürgermeister der Stadt Oranienburg, Alexander Laesicke und der Eigentümervertretung des Schulgeländes informierte sich Brandenburgs Umweltminister heute über den aktuellen Umsetzungsstand und die weiteren Vorhaben an der Kinderschule Oberhavel. Neben einer Führung über das Schulgelände an diesem Tag errichteten sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern eine Benjeshecke aus Totholz und bepflanzten das Hochbeet mit neuen Kräutern.

Umweltminister Axel Vogel:

„Ganz im Sinne der Bildung für Nachhaltige Entwicklung erleben Schülerinnen und Schüler auf den ‚Grünen Schulhöfen‘, wie aktiver Klima- und Biodiversitätsschutz funktioniert, indem sie ihre Umgebung nachhaltig gestalten und sich so ein grüneres Lernumfeld schaffen. Sie sehen und erleben wie Beeren, Blumen und Kräuter wachsen, Insekten Nahrung finden und zugleich entsteht ein Platz zum Wohlfühlen. Die Kinderschule in Oranienburg entwickelte den Plan für den Schulhof aus einem partizipativen Ansatz heraus und hat die Kinder nach ihren Vorstellungen eines schöneren und grüneren Schulhofs gefragt. Mit Kreativität und großem Engagement entstand dabei ein Schulhof mit Totholz für Insekten, einem Hochbeet als Naschecke, Baumstämmen als Sitzmöglichkeit und entsiegelten Flächen zur Wasserversickerung. Ich freue mich, dass sich die Schule auch in der weiteren Umsetzung insbesondere dem insbesondere für Brandenburg wichtigen Thema Wasser widmen will.“  

DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner:

„Die Klimakrise spitzt sich weiter zu. Wetterphänomene wie Starkregen oder Hitze machen es deshalb dringend notwendig, die Schulhöfe für unsere Kinder so zu gestalten, dass solche Katastrophen möglichst keinen großen Schaden an den Lehrorten hinterlassen. Anstatt grauer Asphaltwüsten müssen Schulhöfe zu klimakonformen, grünen Aufenthaltsorten werden. Die engagierten Schülerinnen und Schüler der Kinderschule Oberhavel zeigen, wie es geht: Durch die gemeinsame Umgestaltung des Hofpflasters wird eine bessere Entwässerung ermöglicht, Regenwasser kann so schneller ins Erdreich sinken. Mit Nisthilfen und Hochbeeten werden Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten geschaffen, um die Artenvielfalt zu schützen. Der Schulhof wird so in eine lebendige Oase verwandelt, in der Naturerleben, Wissensdrang und Klimaschutz zusammengedacht werden.“

Die beiden Schulleiterinnen der Kinderschule Oranienburg Anikke Knackstedt und Andrea Mischke erklären: „Wetterphänomene wie Starkregen oder Hitze machen es notwendig, Schulhöfe so zu gestalten, dass solche Ereignisse keinen großen Schaden hinterlassen und Schulhöfe gleichzeitig zu guten Aufenthaltsplätzen werden, wenn sich das Haus zu sehr aufheizt. Zu diesem Zweck wurden kleine Stücke am Rand des alten und bereits in die Jahre gekommenen Hofpflasters entsiegelt und durch wasserdurchlässige Materialien zu Entwässerungsflächen umgestaltet. Im zweiten und dritten Bauabschnitt wird das Thema Wasser in Form eines Wasserspielplatzes und auch das gemeinschaftliche Arbeiten in einem grünen Klassenzimmer noch einmal eine zentrale Rolle spielen. Wir freuen uns schon darauf, wieder gemeinsam mit den Kindern die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen.“

Die Kinderschule ist eine kleine reformpädagogische Grundschule in freier Trägerschaft, in der rund 60 Kinder in altersgemischten und inklusiven Gruppen gemeinsam lernen. Gegründet wurde die Kinderschule 2002 und feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Der gemeinnützige Verein Elterninitiative Selbsthilfe e.V. ist Träger der reformpädagogischen Ganztagsschule. Mit dem Gewinn des Wettbewerbs der Deutschen Umwelthilfe und des Umweltministeriums "10 Grüne Schulhöfe für Brandenburg" hat die Kinderschule insbesondere Anerkennung für die Planung eines ökologischen Schulhofes und die partizipative Herangehensweise erhalten. Der Plan wurde gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, indem sie ihre Vorstellungen, Wünsche und Ideen einbringen konnten. Ebenso eingeflossen sind pädagogische Ideen und nachhaltige Prinzipien. Der Gesamtentwurf, der neue (Lebens-)räume schafft, lädt ein zum Forschen und Entdecken, Spielen, Toben, Lernen und Erholen und stellt zudem einen ästhetischen Mehrwert für alle dar. Das Motto der Schule "Mit allen Sinnen am Leben für das Leben lernen" stand als Leitlinie auch über diesem Projekt. Der erste Bauabschnitt, der in einer Schulprojektwoche gemeinsam mit den Kindern, Eltern, Fachleuten, Handwerkerinnen und Handwerkern und Künstlerinnen und Künstlern angegangen wurde, betraf vor allem den Bereich rund um den Platz vor dem Haus. Hier lag der Fokus darauf, für eine bessere Entwässerung zu sorgen, Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten zu schaffen und das Gelände zu strukturieren. Nun stehen die nächsten Bauabschnitte an.

Ziel der „Grünen Schulhöfe“ ist es, die Schulen bei der klimagerechten, nachhaltigen und grüneren Gestaltung ihrer Schulhöfe zu unterstützen und sie in naturnahe Lebens- und Lernräume zu verwandeln. Dafür hat das Brandenburger Agrar-Umweltministerium vier Umsetzungsschulen, die bereits ein Konzept für die Gestaltungsplanung einreichen konnten, mit einer Fördersumme von jeweils 30.000 Euro unterstützt.

Für einen partizipativen Planungsprozess bekamen zusätzlich sechs Schulen je 5.000 Euro. Die Deutsche Umwelthilfe stellt dafür Beratung und das nötige Know-how zur Verfügung. Alle zehn Schulen werden neben der finanziellen Förderung durch das Umweltministerium im Projekt durch die DUH kontinuierlich begleitet und erhalten im Rahmen von Workshops sowohl fachlichen Input als auch die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen.