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Ökofläche erneut gestiegen – Agrarminister Vogel: Absatzmärkte nachhaltig sichern und ausbauen

- Erschienen am 02.04.2024

Potsdam – Der Anteil der landwirtschaftlichen ökologisch bewirtschafteten Fläche ist im Jahr 2023 auf 17,3 Prozent angewachsen. Im Jahr zuvor lag der Anteil bei 16,6 Prozent. Die Anzahl ökologisch wirtschaftender Betriebe stieg von 1.593 auf 1.632. Seit Beginn der Legislatur ist also ein Flächenwachstum von insgesamt 4,4 Prozent beziehungsweise 50.992 Hektar zu verzeichnen.

Agrarminister Axel Vogel:

„Wir verzeichnen seit Jahren ein Wachstum im Ökolandbau – sowohl im Hinblick auf die Fläche als auch bei den Betrieben. Das ist eine positive Entwicklung. Während der Inflation hat sich gezeigt, dass Bioprodukte häufig stabiler und im Verhältnis zu konventionell erzeugten Lebensmitteln nicht in diesem Maße den immensen Preissteigerungen ausgesetzt waren. Es muss uns aber auch darum gehen, den Absatzmarkt für ökologisch produzierte Lebensmittel zu sichern und auszubauen und zugleich die Leistungen, die die Betriebe mit dem ökologischen Landbau für Artenvielfalt und Natur erbringen, zu honorieren, um den Ökolandbau zukunftsfest aufzustellen. Die Brandenburger Landwirtschaft – und insbesondere der Ökolandbau – hängt maßgeblich vom Berliner Markt ab. Deshalb braucht es hier weitere Anstrengung für den Aufbau von klimaschonenden, regionalen Wertschöpfungsketten von der Produktion, der Verarbeitung bis zur Vermarktung.“

Von den insgesamt 1.298.500 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche wurden laut Kontrollverfahren des Ökologischen Landbaus im Jahr 2023 in Brandenburg 225.245 Hektar (17,3 Prozent) ökologisch bewirtschaftet. Das sind 7.835 Hektar mehr als im Jahr 2022, was einem Flächenzuwachs von rund 0,7 Prozent entspricht. Im Jahr 2019 lag der Anteil noch bei 12,9 Prozent beziehungsweise 174.253 Hektar.

Die Gesamtanzahl der Unternehmen, die dem Kontrollverfahren des Ökologischen Landbaus unterstellt sind, stieg um 39 auf 1.632. Die Anzahl der Betriebe, die ökologische Produkte erzeugen, lag im Jahr 2023 bei 1.169. Davon waren 156 Unternehmen sowohl im Bereich der Erzeugung als auch der Verarbeitung tätig. Die Anzahl der Verarbeitungsbetriebe (ohne landwirtschaftliche Primärerzeugung) erhöhte sich von 385 im Jahr 2022 auf 388 im Jahr 2023. Weitere Unternehmen, die dem Kontrollverfahren unterliegen, sind Importeure, Futtermittelhersteller und Handelsunternehmen.

Derzeit werden auch die Öko-Unternehmen durch geringere Erzeugerpreise, Inflation und Preissteigerung bei Energie vor große Herausforderungen gestellt. Das wirkt sich auch auf das Wachstum der Ökofläche aus. Insbesondere eine fehlende regionale Verarbeitung führt dazu, dass die Wertschöpfung nicht bei den landwirtschaftlichen Unternehmen ankommt – dies trifft besonders die Öko-Unternehmen.

Die Landesregierung hat sich im Rahmen der Erstellung des Ökoaktionsplans das Ziel gesetzt, den Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche deutlich zu erhöhen. Um die angestrebte Steigerung auch in schwierigen Zeiten fortzuführen, werden die im Ökoaktionsplan festgelegten Maßnahmen der verschiedenen Handlungsfelder weiter explizit umgesetzt. So hat Brandenburg über die Einführung der Umstellungsprämie und die Erhöhung der Öko-Flächenprämie für verlässliche Rahmenbedingungen für die ökologisch wirtschaftenden Betriebe gesorgt. Ferner wird im 2. Bio-Marktbericht – der Ende April vorgestellt wird – die Marktsituation im Bio-Bereich detaillierter beleuchtet. So sollen Kenntnisse über regionale Anbau-, Verarbeitungs- und Vermarktungspotentiale noch stärker vermittelt und eine Umstellung auf den ökologischen Landbau weiter befördert werden. Außerdem finden in diesem Jahr erstmalig die Öko-Praxistage Brandenburg statt. Diese haben das Ziel, im Rahmen des Wissenstransfers zu einer stärkeren Vernetzung der Akteurinnen und Akteure des ökologischen Landbaus beizutragen.

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