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09.02.2021

Aus Verantwortung gegenüber kommenden Generationen: Landesregierung beruft Nachhaltigkeitsbeirat

Die Landesregierung will ihre Nachhaltigkeitsstrategie in enger Abstimmung mit namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft sowie der jungen Generation weiterentwickeln. Dazu hat das Kabinett heute die Einrichtung eines Nachhaltigkeitsbeirates beschlossen. Zugleich wurden die sechs Mitglieder des Gremiums berufen, dessen Leitung der wissenschaftliche Direktor am Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), Prof. Ortwin Renn, übernimmt. Stellvertretende Vorsitzende ist die BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande.

Im Anschluss an die Kabinettssitzung konstituierte sich das Gremium in einer Videokonferenz, an der Ministerpräsident Dietmar Woidke, Ministerin Kathrin Schneider und Umweltminister Axel Vogel teilnahmen. Die ehrenamtliche Arbeit wird durch eine in der Staatskanzlei angesiedelte Koordinierungsstelle organisatorisch unterstützt. Zudem wird der Beirat zur Einbindung der Zivilgesellschaft mit der beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz angesiedelten Nachhaltigkeitsplattform zusammenarbeiten. Die Amtszeit des Beirates läuft bis zum Ende der Legislaturperiode.

Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Es ist gut für Brandenburgs Entwicklung, dass wir ausgewiesene Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie eine Vertreterin der Jugend für den Beirat gewinnen konnten. Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Zukunftsthema unseres Landes und daher bedeutender Kern der brandenburgischen Landespolitik. Wir brauchen auch in Zukunft eine wirtschaftlich nachhaltige, sozial ausgewogene und ökologisch verträgliche Entwicklung. Dazu sind wir gegenüber den heutigen und den künftigen Generationen verpflichtet.

Eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung um die richtigen Maßnahmen und den besten Weg dahin ist angesichts der aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen, aber auch die Überwindung der Folgen der Corona-Pandemie unverzichtbar. Die Mitglieder des Beirats bringen ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Nachhaltigkeit mit. Für einen breiten Diskurs ist das sehr wertvoll. Ich freue mich auf eine spannende und konstruktive Zusammenarbeit.“

Agrar- und Umweltminister Axel Vogel sagte: „Nachhaltiges Wirtschaften ist eine zentrale Grundvoraussetzung unserer Politik – und das setzen wir auch um: Unter anderem mit dem Klimaplan und der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. Ich bin sicher, dass der Beirat mit seiner Expertise wichtige Beiträge zur Erarbeitung dieser Strategien leisten wird. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsplattform, deren Koordinator Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn im Beirat vertreten ist, haben wir beste Bedingungen, die Landesnachhaltigkeitsstrategie in einem engen Austausch mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu überarbeiten. Ich bin froh, dass wir nach der Pilotphase eine Weiterführung der Plattform mit dem IASS bis zum Ende der Legislaturperiode sicherstellen können.“

Der Vorsitzende des Nachhaltigkeitsbeirates, Prof. Ortwin Renn: „Ich freue mich, im Nachhaltigkeitsbeirat des Landes an einer sozial gerechten, ökologisch verträglichen und wirtschaftlich tragfähigen Entwicklung Brandenburgs mitwirken zu können. Eine nachhaltige Entwicklung kann zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen, die einzigartige Natur schützen und zur Lebensqualität im Land beitragen. Es gibt jedoch kein Patentrezept, wie Nachhaltigkeit erreicht werden kann. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen weisen uns den Weg. Wie dieser Weg aber konkret beschritten werden soll, muss vor Ort, im Land und in der Kommune gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Landes beraten und entschieden werden. Eine wissenschaftlich fundierte und den vielfältigen Werten und Interessen angemessene gesellschaftliche Auseinandersetzung ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie im Land Brandenburg.“

Die stellvertretende Vorsitzende des Nachhaltigkeitsbeirates, Prof. Gesine Grande: „Nachhaltigkeit und Innovation müssen bei großen Herausforderungen wie dem Kohleausstieg, dem Klimawandel oder der Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft unbedingt zusammen gedacht werden. Die BTU bringt sich intensiv in diesen Prozess ein, sei es mit dem entstehenden Kompetenzzentrum für Energiewende, mit technologischen Innovationen oder großen Vorhaben zur Regionalentwicklung, zu Klima, Tagebaulandschaften und Digitalisierung. Ich empfinde es als Ehre und als Verantwortung, diesen Diskurs gemeinsam mit den anderen Beiratsmitgliedern mitgestalten zu können.“

Die Mitglieder des Nachhaltigkeitsbeirates:

Vorsitzender:

Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor des Potsdamer Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS). Er verantwortet und betreut als Organisator und Moderator zugleich im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz die Geschäftsstelle der Nachhaltigkeitsplattform Brandenburg.

Stellvertretende Vorsitzende:

Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU).

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)

Prof. Dr. Uta Steinhardt, Professorin an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz

Rüdiger Kuhn, Vertreter von Pro Brandenburg und Vorstandsvorsitzender der CEMEX Deutschland mit Sitz in Rüdersdorf, eines der international größten Zementproduzenten.

Silke Hansen, Vorstandssprecherin des Landesjugendrings Brandenburg; Referentin und Studienleiterin für Jugendarbeit bei der Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.