Hauptmenü

22.01.2023

Internationale Grüne Woche: Deutsch-polnische Nachbarschaftsbegegnung in der Brandenburg-Halle

Berlin – Der Besuch von Delegationen der Brandenburger Partnerwojewodschaften in der Brandenburg-Halle auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin ist gute Tradition. Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Axel Vogel begrüßte am Wochenende die Vizemarschälle aus den Wojewodschaften Westpommern, Lebuser Land und Großpolen zum Meinungsaustausch und anschließenden Rundgang in der Messehalle 21a.

Landwirtschaftsminister Axel Vogel: „Brandenburg weiß ganz besonders, wie wichtig für Polen und Deutschland enge partnerschaftliche Beziehungen sind. Mit einer kontinuierlichen fachlichen Zusammenarbeit und der Unterstützung deutsch-polnischer Projekte entwickeln wir gemeinsam mit den Menschen die Grenzregion weiter. Es freut mich sehr, dass es nach den starken Einschränkungen der Corona-Pandemie im Jahr 2022 gelungen ist, die grenzüberschreitenden Fachkontakte wieder aufzunehmen.“

Die Delegation der Wojewodschaft Westpommern leitete Vizemarschall Olgierd Kustosz; Vizemarschall Stanislaw Tomczyszyn die Gruppe aus der Wojewodschaft Lebuser Land. Vizemarschall Krzysztof Grabowski führte die Wojewodschaft Großpolen an; der Direktor für ländliche Räume und Naturressourcen, Pawel Czyszczon, vertrat die Delegation der Wojewodschaft Niederschlesien. Der niederschlesische Vizemarschall Grzegorz Macko wird den Brandenburg-Empfang am Montag besuchen.

Projekte der ländlichen Entwicklung und der Braunkohlerekultivierung sowie der Umweltbildung stellte Minister Axel Vogel bereits im November 2022 den Vizemarschällen in Brandenburg vor. Vogel nahm auch an der Sitzung des Deutsch-Polnischen Umweltrats im August 2022 in Bad Saarow als Vertreter der Landesregierung Brandenburg teil. Hier wurden unter anderem die Ursachen der Oderkatastrophe und deren Auswirkungen auf den deutsch-polnischen Verflechtungsraum diskutiert. Initiative Brandenburg ist es, an der Oder eine deutsch-polnische Expertengruppe für ein grenzüberschreitendes Monitoring einzusetzen. Darüber hinaus beteiligt sich Brandenburg mit Verwaltungsfachleuten und der Kompetenz von Forschungseinrichtungen an der Aufarbeitung der Katastrophe und der Revitalisierung des gemeinsamen Flusses.

Minister Vogel verwies darauf, dass die Auswirkungen des Klimawandels sich insbesondere auch an Extremereignissen zeigen: In vier von fünf Jahren war Brandenburgs Land- und Forstwirtschaft von Trockenheit und extremen Dürren geprägt.

Axel Vogel: „Angesichts der Umweltkatastrophe in der Oder im August 2022 muss es uns jetzt darum gehen, ein erneutes Fischsterben in diesem Sommer durch die Reduzierung von Salzeinleitungen und Schadstoffeinträgen zu verhindern. Deshalb müssen auch bestehende grenzüberschreitende Vereinbarungen angepasst werden. Ziel ist es für Brandenburg, die Risiken und Schäden durch die Klimaveränderungen und damit zunehmende meteorologische Extremereignisse wie Trockenperioden, Starkregenereignisse und Hitzewellen zu begrenzen und nach Möglichkeit zu verhindern.“

Die Delegation der Wojewodschaft Lebuser Land informierte über das Projekt künstlicher Bruthilfen im Nationalpark Warthemündung. Auf rund zehn dieser künstlichen Inseln südlich von Slubice können, vor allem im Mai und Juni, tausende Vögel geschützt brüten und ihre Jungtiere aufziehen.

Seitens der Wojewodschaften wurde die Auswirkung der Afrikanischen Schweinpest und Vogelgrippe thematisiert. Bei der Vogelgrippe waren insbesondere in Großpolen in jüngster Zeit wieder Ausbrüche zu verzeichnen.

Über INTERREG V A sind mit Partnern aus dem Land Brandenburg und der Wojewodschaft Westpommern Projekte zur nachhaltigen Tourismusentwicklung und Weiterführung der naturfachlichen Zusammenarbeit im Unteren Odertal und zum grenzüberschreitenden Wildtiermanagement erfolgreich umgesetzt worden. In der aktuellen EU-Förderperiode sind die Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltungen beiderseits der Oder gefordert, insbesondere grenzüberschreitende Projekte zum Förderschwerpunkt: „Ein resilienter und nachhaltiger Grenzraum – Klimawandel und biologische Vielfalt“ zu unterstützen.

Grundlage der Kooperation der Partnerregionen ist das 2020 verabschiedete mehrjährige Arbeitsprogramm des Brandenburger Agrar- und Umweltministeriums mit den polnischen Umwelt- und Agrarverwaltungen.

Im Anschluss an den Rundgang in der Brandenburg-Halle besuchte Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel die Polen-Präsentation auf der Internationalen Grünen Woche in Halle 11.2 und führte hier Gespräche mit polnischen Ausstellern und Wirtschaftsdelegationen.