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Abfalllager Jänickendorf: Vogelsänger beim Startschuss für Beräumung

- Erschienen am 02.09.2019

Jänickendorf – Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger hat am Freitag (30. August) mit dem ersten Spatenstich den Startschuss für die Beräumung des Abfalllagers Jänickendorf gegeben. Das Umweltministerium hält den Zeitplan ein, der den Einwohnern Jänickendorfs im November 2018 anlässlich der Entsorgung asbest-haltiger Abfälle genannt wurde.

Die Beräumung des Abfalllagers wurde auf Grund der großen Abfallmengen eine hohe Priorität eingeräumt.

Die Beräumung des Abfalllagers wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen sein. Das Land Brandenburg muss nach derzeitigem Stand rund 3,3 Millionen Euro aufwenden, um die 29.000 Tonnen gelagerten Abfalls zu entsorgen. Dies schließt den Abriss der Gebäude und den Abtrag der Wälle ein.

Die komplett unsortiert gelagerten Abfälle müssen vor der finalen Entsorgung in dafür geeigneten Anlagen vorsortiert werden. Kunststoff- beziehungsweise Plastikabfälle sowie Altholz werden in Abfallverbrennungsanlagen oder Ersatzbrennstoffkraftwerken thermisch verwertet. Mineralische Abfälle können je nach vorgefundenem Schadstoffgehalt auf Deponien entsorgt oder im Bauwesen eingesetzt werden. Abfälle mit Gefahrenpotenzial für die Anwohner oder das Grundwasser werden gemäß einer 2014 vorgenommenen Gefährdungsabschätzung nicht erwartet, ebenso keine mit positivem Marktwert verwertbaren Abfälle wie Metalle.

Im August 2019 hat die Firma DARE aus Berlin nach europaweiter Ausschreibung den Zuschlag für die Umsetzung des Entsorgungskonzepts des Landesamts für Umwelt erhal-ten. Die Rückbaumaßnahmen unterliegen ständiger Kontrolle durch das Ingenieurbüro, welches bereits die Bestandsaufnahme vorgenommen sowie die Ausschreibung des Projektes begleitet hat.

Hintergrund: Abfalllager Jänickendorf

Auf dem Gelände des ehemaligen Düngemittellagers in Jänickendorf (Ortsteil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal) wurde von 1994 bis 2004 zunächst eine Bauschuttrecycling und später eine Abfallsortieranlage betrieben, wie durch Kontrollen des damals zuständigen Amtes für Immissionsschutz festgestellt wurde. Die behördlichen Vollstreckungsmaßnahmen zur Beräumung blieben letztlich ohne Erfolg. 2004 meldete der letzte Inhaber, die Firma AIKON Recycling GmbH, Insolvenz an.

Nach der Zerstörung einer Lagerhalle durch einen Brand im Jahr 2012 wurden in den Folgejahren reine Holzabfälle kostenfrei in einem Biomassekraftwerk entsorgt. Im Jahr 2018 folgte die Entsorgung asbesthaltiger Abfälle.