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Lemke und Vogel würdigen Klimamoorschutz-Pilotprojekt in Brandenburg – Bundesumweltministerin verleiht Titel als UN-Dekade-Projekt

- Erschienen am 06.11.2023

Eberswalde – Die Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat heute das Klimamoor-Projekt des Landesamtes für Umwelt Brandenburg als herausragendes Projekt der „UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen“ im Bereich Moore ausgezeichnet. Bei der Festveranstaltung in der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) würdigten Bundesministerin Steffi Lemke, Brandenburgs Umwelt- und Klimaschutzminister Axel Vogel sowie HNEE-Präsident Prof. Dr. Matthias Barth und HNEE-Wissenschaftlerin Prof. Vera Luthardt das Pilotvorhaben dafür, dass es erste positive Beispiele erbringt, wie die künftige landwirtschaftliche Nutzung in Niedermoorgebieten gelingen kann, ohne Treibhausgasemissionen freizusetzen und die Landschaft auszutrocknen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke sagte in ihrer Laudatio zur Auszeichnung des Projektes:

„Noch immer wissen zu wenige Menschen, welche unersetzlichen Leistungen Wälder, Auen oder Moore für uns Menschen erbringen. Darüber will die UN-Dekade aufklären und für die Wiederherstellung und Erhaltung der Natur werben. Schließlich hängt der Erfolg von Natur- und Klimaschutz auch von einem breiten gesellschaftlichen Engagement ab. Moore – wie hier in Brandenburg – sind über Jahrtausende gewachsene Wunderwerke der Natur. Intakte Moore sind mit ihren einzigartigen Lebensräumen Artenschützer, Wasserspeicher, Nährstoff-Filter, und natürliche Klimaanlagen und -schützer, weil sie als Langzeitspeicher für Kohlenstoff wirken. Deshalb entwickeln wir im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz mehrere aufeinander abgestimmte Fördermaßnahmen für Moorökosysteme, wie zum Beispiel das 1000-Moore-Programm für kleinere Moore oder das Förderprogramm zur Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorböden. Dafür ist das Vorreiterprojekt „Klimamoor Brandenburg“, in dem Maßnahmen auf Moorflächen in ganz Brandenburg gebündelt sind, ein hervorragendes Beispiel. Besonders sticht heraus, dass hier neue Formen der Bewirtschaftung der nassen Böden entwickelt werden. Sie ermöglichen es Landwirtinnen und Landwirten, relevante Einkommen zu erzielen und gleichzeitig das Klima zu schützen.“

Brandenburgs Umwelt- und Klimaschutzminister Axel Vogel:

„Die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt wird an vorbildliche Vorhaben verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung oder Wiederherstellung von Ökosystemen und somit zugleich für die Bewahrung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. In Brandenburg, wo entwässerte Moore mit rund 7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten mehr Treibhausgase ausstoßen als der gesamte Verkehrssektor des Bundeslandes, setzen wir gemeinsam mit der Landwirtschaft auf einen CO2-minimierenden Moorschutz. In Zusammenarbeit mit Landwirten und Wasser- und Bodenverbänden werden auf der Grundlage von aktuellen hydrologischen Analysen Lösungen für nasse Bewirtschaftungsformen und Paludikulturen erarbeitet – mit dem ausdrücklichen Ziel, die Existenz der Agrarbetriebe zu sichern.“

Das Klimamoor-Projekt zeigt auf, wie unsere Moorgebiete ohne die negativen Begleiterscheinungen wie Entwässerung, Grundwasserabsenkung, Moorschwund und -sackung, Mineralisierung organischer Böden, Nährstoffauswaschung, Verarmung der biologischen Vielfalt, Landschaftsaustrocknung und ganz besonders die Freisetzung klimaschädlicher Treibhausgase genutzt werden können.

Das Land Brandenburg unterstützt Landwirtinnen und Landwirte bei der Umstellung ihrer Bewirtschaftungs- und Verwertungstechnik und somit bei der Entwicklung einer wirtschaftlichen Existenzgrundlage auf nassen Mooren zum Schutz des Klimas. Das Brandenburger Umweltressort hat dafür die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) „Klimamoor“ beauftragt. Das Expertenteam aus Wasserwirtschaftlern, Landwirten, Moorkundlern sowie Biologen berät, begleitet und unterstützt insbesondere Landwirtschaftsbetriebe, steht aber auch mit anderen Akteuren vor Ort in engem Austausch.

Informationen zum UN-Dekade-Projektwettbewerb

Das Klimamoor-Projekt („Klimaschutz und Klimafolgenanpassung durch moorschonende Einrichtung der Staubereiche und Wasserbewirtschaftung in Bezug auf Moorflächen des Landes Brandenburg und deren Einzugsgebiete“) wurde im Rahmen des UN-Dekade-Projektwettbewerbs als eines von drei herausragenden Projekten zur Wiederherstellung, Erhaltung oder Pflege von Ökosystemen im Rahmen der UN-Dekade ausgezeichnet. Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2021 bis 2030 zur UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt, um das Bewusstsein für den großen Wert intakter Ökosysteme zu stärken. Funktionierende Ökosysteme sind entscheidend für unsere Natur und unsere Gesellschaft. Sie sind wertvoller Lebensraum einer großen Vielfalt von Tieren und Pflanzen sowie Pilzen und Mikroorganismen. Zudem haben sie enormen Einfluss auf die Regulierung der Wasserkreisläufe und der Umgebungstemperatur, auf die Luftreinhaltung und die Produktion von Nahrungsmitteln. Darüber hinaus tragen sie zum Hochwasserschutz und zu einem natürlichen Klimaschutz sowie zur Bereitstellung von Erholungsräumen bei. Mehr: Webseite UN-Dekade Restoration