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Vorbereitung auf Waldbrandsaison – Trotz aktueller Witterungsverhältnisse: Klimaveränderungen lassen Waldbrandrisiko steigen

- Erschienen am 27.02.2024

Potsdam –  Ab März beginnt offiziell die Waldbrandsaison in Brandenburg. In den letzten Wochen liefen hierzu die Vorbereitungen von Forstverwaltung und Feuerwehr, Alarmpläne und Einsatzunterlagen wurden aktualisiert. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz und das Ministerium des Innern und für Kommunales arbeiten bei Fragen der Waldbrandvorbeugung und Waldbrandbekämpfung eng zusammen.

Auch wenn noch einige Wiesen vom Wasser überschwemmt sind und auf den Waldwegen Pfützen stehen, bereitet sich der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) auf die kommende Waldbrandsaison vor. Die zahlreichen Niederschläge im zweiten Halbjahr 2023 und insbesondere in den Wintermonaten lassen Forstleute zwar etwas entspannter den Blick nach vorne richten, dennoch kann auch schon eine erste Trockenperiode im Frühjahr die Waldbrandgefahr wieder schnell ansteigen lassen.

Ab 1. März wieder die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe im Internet

Mit Beginn der neuen Waldbrandsaison berechnet der Deutsche Wetterdienst wieder täglich die Waldbrandgefahrenstufe. Anhand der Daten verschiedener Wetterstationen wird für jeden Landkreis eine Gefahrenstufe ausgewiesen. Die Bekanntgabe erfolgt über die Internetseite des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) wird täglich um 8:00 Uhr und gilt dann für 24 Stunden: https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/umwelt/forst/waldschutz/waldbrandgefahr-in-brandenburg/waldbrandgefahrenstufen/

Mehr Maßnahmen im vorbeugenden Waldbrandschutz erforderlich

Die Maßnahmen des vorbeugenden Waldbrandschutzes müssen noch weiter intensiviert werden. So appelliert das Forstressort an die vielen Waldbesitzenden, die Möglichkeiten der Förderung von waldbaulichen Maßnahmen zum Brandschutz verstärkt in Anspruch zu nehmen. Zu den Vorbeugungsmaßnahmen gehört insbesondere der Waldumbau, die gezielte Anlage von Waldbrandriegeln – insbesondere um die Ortschaften am Waldrand – als auch der Ausbau und Instandsetzung von Waldwegen für den Brand- und Katastrophenschutz.

Um ausreichend Löschwasser in den großen Waldgebieten verfügbar zu haben, ist es ein Anliegen des Forstministeriums, das Netz von Löschwasserentnahmestellen weiter zu verdichten. Derzeit laufen die Planungen für die Errichtung von 100 Löschwasserentnahmestellen im Privatwald. Der LFB hat hierzu mit den Waldbesitzern Verträge abgeschlossen, um mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union diese Maßnahmen umzusetzen. Bis Ende 2024 sollen alle 100 neuen Brunnen gebohrt sein und für die Waldbrandbekämpfung zur Verfügung stehen.

Witterungsextreme wie Trockenperioden sorgen für einen Anstieg des Waldbrandrisikos

Im vergangenen Jahr 2023 wurden durch den LFB 245 Waldbrände mit einer betroffenen Fläche von 763 Hektar registriert. Auch wenn damit deutlich weniger zu verzeichnen waren als im Jahr 2022 mit 523 Waldbränden und einer Fläche von 1.426 Hektar, so tragen die Klimaveränderungen durch extreme Witterungsbedingungen zu einem Anstieg des Waldbrandrisikos bei.

Nach einem relativ feuchten und kühlen Frühjahr 2023 stieg die Brandgefahr in den Wäldern ab Mai extrem an. Ende Mai brannten 688 Hektar auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog. Zwei Wochen lang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Ausbreitung der Flammen. Munitionsreste ließen die Brandbekämpfung nur von gesicherten Haltelinien zu. Unterstützung am Boden gab es mit Flugzeugen und Hubschraubern. Im Landkreis-Dahme Spreewald bei Halbe wurden Mitte Juli nochmals 10 Hektar Wald und Moorfläche durch einen Waldbrand geschädigt.

Landesweite Waldbrandfrüherkennung ermöglicht ein schnelles Eingreifen der Feuerwehren

Der Landesbetrieb Forst unterhält ein landesweites Waldbrandfrüherkennungssystem in Brandenburg. 105 Sensoren erfassen automatisiert aufsteigende Rauchwolken. Diese werden in zwei Waldbrandzentralen ausgewertet. Die dort Beschäftigten alarmieren umgehend die regionalen Leitstellen des Brand- und Katastrophenschutzes sobald ein Brand festgestellt wird. Die Waldbrandfrüherkennung wurde zu einem landesweiten Netzwerk ausgebaut, das über Richtfunk die Daten in Echtzeit übermittelt.

Dank der Waldbrandfrüherkennung können die meisten Brände rechtzeitig erkannt und durch die Feuerwehren gelöscht werden. Das schnelle Eingreifen verhindert oft die Entstehung von Großbrände. Diese entstehen vor allem auf munitionsbelasteten Flächen, wenn ein Löschen nur eingeschränkt möglich ist. Auch die Vegetationsbrände außerhalb des Waldes werden mit der automatisierten Waldbrandfrüherkennung detektiert und gemeldet. Die Brandereignisse bedrohen genauso Ortschaften, Infrastruktur und Umwelt, werden aber von der Forstverwaltung statistisch nicht erfasst. Die gesamte Anzahl von Vegetationsbränden ist damit viel größer als die reine Waldbrandstatistik vermittelt.

 

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