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Gute Ernte bei wichtigsten Baumarten im abgeschlossenen Forstsamenjahr

- Erschienen am 29.06.2023

Waldsieversdorf – Die vergangenen Trockenjahre haben dem Wald stark zugesetzt. Nach zwei sehr schlechten Jahren aufgrund von Trockenheit erzielten die wichtigsten Arten, wie die Eichen und die Buche, in diesem Jahr aber zumindest zufriedenstellende Ergebnisse. Das Erntejahr für forstliches Saatgut geht am 30. Juni 2023 zu Ende.

Bereits im Herbst wurden fast 70 Tonnen Eichensaatgut in Brandenburg geerntet. Davon entfielen allein 61,5 Tonnen auf die Traubeneiche, 5,5 Tonnen auf die Roteiche und 2 Tonnen auf die Stieleiche. Damit konnte erstmalig seit drei Jahren wieder eine etwas bessere Ernte eingebracht werden, auch wenn für den Umbau des Waldes in Brandenburg das Doppelte dieser Erntemenge benötigt wird.

Da sich das Saatgut, insbesondere von Eichen, nicht uneingeschränkt lagern lässt, muss für eine kontinuierliche Bereitstellung von Saatgut und Pflanzen jedes Jahr frisch geerntet werden. Die Bäume bilden nicht jedes Jahr ausreichend Samen. Viele Faktoren, wie die Vitalität und die Witterung insbesondere zum Zeitpunkt der Blüte haben Einfluss auf die erneute Samenbildung.

Das Saatgut des Erntejahres 2022 wurde direkt in zu verjüngende Waldbestände gesät oder ging zur Pflanzenanzucht in Baumschulbetriebe. Pflanzen der Roteiche werden zum Beispiel zur Anlage von Waldbrandschutzstreifen benötigt. Aber nicht nur die Eichenarten brachten eine reichliche Ernte.

Bei der Rotbuche wurde mit knapp 45 Tonnen nach dem Spitzenjahr 2019 (53 Tonnen Rohsaatgut) das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte Brandenburgs erzielt. Auch bei der Douglasie fiel die Ernte mit 28 Tonnen Zapfen und bei der Vogelkirsche mit 750 Kilogramm Früchten überdurchschnittlich aus. Auf nur durchschnittliche Erntemengen kamen dagegen die sonstigen Laubgehölze wie Ahorn und Hainbuche. Im Winterhalbjahr folgte dann die Ernte von 24 Tonnen Kiefernzapfen. Das entspricht einer Menge von zirka 380 Kilogramm reinem Saatgut. Ergänzt wurde die Saatguternte durch die Gewinnung von 650.000 Wildlingen, überwiegend Traubeneichen. Dabei handelt es sich um natürlich ankommende Jungpflanzen in den Erntebeständen. Diese sind für den Umbau von Altbeständen besonders geeignet. Für Freiflächen sind sie weniger geeignet, ergänzen jedoch das Pflanzensortiment, wenn in Baumschulbetrieben durch vorausgegangene Fehlmasten nicht genügend Jungpflanzen angezogen werden konnten.

Im vergangenen Erntejahr fiel die Forstsamenernte ausgesprochen schlecht aus: Nur bei Nebenbaumarten wie Esskastanie, Europäischer Lärche oder Vogelkirsche konnten gute Ergebnisse erzielt werden. Bei der für den Waldumbau dringend benötigten Traubeneiche wurde mit 23.469 Kilogramm nur ein Fünftel der benötigten Menge in schlechter Qualität geerntet. Die Saatmenge der Roteiche lag mit 9.237 Kilogramm etwas über dem Durchschnitt. Auch bei der Stieleiche fiel die Ernte mit 78,5 Kilogramm deutlich zu gering aus. Bei Rotbuche, Douglasie und anderen Arten fiel die gar Ernte komplett aus.

Saatgut und Wildlinge zur Anlage von Wald dürfen nur auf zur Nachzucht geeigneten Flächen, den zugelassenen Saatgutbeständen, geerntet werden. Im Erntezulassungsregister des Landes sind zirka 10 000 Hektar Saatgutbestände ausgewiesen. Das entspricht 1 Prozent der Waldfläche Brandenburgs. Für die dringend benötigte Traubeneiche sind 2.000 Hektar und für die Stieleiche 476 Hektar verzeichnet. Die Ernte wird durch verschiedene private Firmen organisiert und durch Revierförster kontrolliert. Diese verwogen das Erntegut und stellten 276 Stammzertifikate, die „Geburtsurkunden“, für das Saatgut, aus.

Um Brandenburgs Wälder gegen die Auswirkungen der Klimaveränderungen zu stabilisieren wird Vermehrungsgut von möglichst vielen verschiedenen Arten in ausreichendem Umfang benötigt. Sofern die standörtlichen Voraussetzungen gegeben sind, sollen künftig drei bis sechs Arten auf jeder Fläche vertreten sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene waldbauliche Verfahren wie Naturverjüngung, Saat oder Pflanzung miteinander kombiniert.

Am 1.Juli 2023 folgt dann der Start in ein hoffentlich ertragreiches Erntejahr 2023.

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