Hauptmenü

Agrarressort legt Strategie zur Reduktion von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln vor

- Erschienen am 21.03.2024

Potsdam – Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) hat die „Strategie zur Reduktion der Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel (PSM) in Brandenburg“ veröffentlicht. Ziel der in einer Fachveranstaltung vorgestellten Strategie ist es, bis 2030 die eingesetzte Menge von PSM nach Möglichkeit zu halbieren. Dadurch sollen die Artenvielfalt geschützt und negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Natur und Gewässer begrenzt werden.

Staatsekretärin Anja Boudon:

„Mit der Strategie legt Brandenburg einen Meilenstein für die Reduktion von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln vor. Darin haben wir Instrumente beschrieben, um landwirtschaftliche Betriebe beim Ergreifen von Maßnahmen zu unterstützen. Hier setzen wir auf Zusammenarbeit, innovative Ansätze, anwendungsorientierte Forschung und Beratung. Dadurch wollen wir eine Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln unterstützen. Damit orientiert sich Brandenburg auch an den Vorgaben des europäischen Green Deals zur Verringerung von chemisch-synthetischen PSM-Einsatz und setzt ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um. Denn eine zukunftsfähige Landwirtschaft hat den Anspruch, die nachhaltige, heimische Nahrungsmittelproduktion mit dem Schutz von Natur, Umwelt und Klima zu verbinden und so unsere Lebensgrundlagen zu schützen.“

Die Veranstaltung am Mittwoch (20. März) war der Auftakt für einen neuen, regelmäßig stattfindenden „Runden Tisch“ zur Fortsetzung des im Vorfeld der Strategieerstellung erfolgten Dialogs mit Verbänden, angewandten Forschungseinrichtungen und Betrieben. Die Strategie beschreibt neben der Ausgangssituation Maßnahmen, um Reduktionspotenziale zu identifizieren und auszuschöpfen. Sie bildet den Rahmen für eine ökonomisch tragfähige, landwirtschaftliche Produktion, bei gleichzeitiger Verringerung der Risiken für die Umwelt und Sicherung der biologischen Vielfalt in Brandenburg.

Viele landwirtschaftliche und gärtnerische Betriebe in Brandenburg sind bereits auf diesem Weg. Sie greifen zunehmend auf alternative Maßnahmen und biologische Pflanzenschutzmittel zurück. In vielen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen stehen bisher jedoch nicht ausreichend wirksame alternative Verfahren zur Verfügung. Der Ausbau dieser Alternativen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel weiter zu reduzieren und trotzdem qualitativ und quantitativ gut zu produzieren.

Wichtige Instrumente auf diesem Weg sind innovative Forschungsansätze und Demonstrationsvorhaben. Ein Beispiel ist das F.R.A.N.Z.-Projekt, in dem Landwirtinnen und Landwirte sowie die Wissenschaft gemeinsam Wege für den Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft aufzeigen.

Moderner Pflanzenschutz in einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Landwirtschaft umfasst sowohl pflanzenbauliche Maßnahmen, wie auch den Einsatz von chemischen und biologischen Pflanzenschutzmitteln, der auf ein notwendiges Maß begrenzt werden soll. In allen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Anbauverfahren sind Pflanzenschutzmaßnahmen eine wichtige Voraussetzung für gesicherte Erträge und Qualitäten. Ziel ist es, Lebens- und Futtermittel in hoher Qualität zu produzieren und dabei ökonomische und ökologische Anforderungen gleichermaßen zu berücksichtigen.