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22.04.2022

Auf einem guten, aber langen Weg: Forst- und Klimaschutzminister Axel Vogel legt Analyse des Waldumbaus in Brandenburg vor

Potsdam Die Waldwirtschaft im Land Brandenburg steht durch die Klimakrise und die gewachsenen gesellschaftlichen Erwartungen vor großen Aufgaben. Um Wirkung und Erfolg des derzeit stattfindenden Waldumbaus zu überprüfen, hat das zum Forst- und Klimaschutzministerium gehörende Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) den Waldumbau im Gesamtwald des Landes evaluiert. Passend zum Tag des Baumes am kommenden Montag (25. April) liegt der Ergebnisbericht nun vor.

„Der Ergebnisbericht zeigt, dass der Waldumbau auf den in den Jahren 1996 bis 2020 umgebauten Landeswaldflächen aus heutiger Sicht gut gelungen ist“,

resümiert Minister Axel Vogel. Die Hälfte der untersuchten Flächen wurde als ‚ausgesprochen gelungen‘ bewertet, 26 Prozent als ‚bedingt gelungen“, 14 Prozent als ‚noch ungewiss‘ und 10 Prozent als ‚nicht gelungen‘. Rund 50 Baumarten wurden nachgewiesen, die erreichte Baumartenvielfalt auf rund der Hälfte der Flächen ist als hoch bis sehr hoch zu bewerten.

„Fachlich gut vorbereiteter und begleiteter Waldumbau ist in Brandenburg erfolgreich“,

so Axel Vogel.

„Aber auch wenn die Voraussetzungen für die Generationenaufgabe Waldumbau damit gegeben sind ist dies kein Grund zur Beruhigung:  Der Umbau hin zu klimastabilen Wäldern muss noch viel schneller als bisher vorankommen – dies gilt insbesondere für den Privatwald, der den weit überwiegenden Anteil des Brandenburger Waldes ausmacht.“

Blick auf den Landesforst und geförderte Flächen im Privatwald

Es wurden insgesamt 418 Stichprobenbestände mit einer Gesamtfläche von rund 1.280 Hektar untersucht, in denen aktive Waldumbaumaßnahmen stattgefunden haben. Von den 418 Stichprobenbeständen befanden sich 253 mit 978 Hektar Fläche im Landes- und 165 mit 303 Hektar Fläche im Nichtlandeswald. Das Ergebnis zeigt: Auf leistungsstärkeren Standorten ist der Waldumbau leichter erreichbar und die Wasserverfügbarkeit hat entscheidenden Einfluss auf den Erfolg. Gelungener Waldumbau entsteht am häufigsten aus Naturverjüngung.

Bisheriger Waldumbau vielfach mit Wildschutzzaun

Die Ergebnisse repräsentieren hier einen Ausschnitt des Gesamtwaldes aus dem Blickwinkel des Waldumbaus. Im Unterschied beispielsweise zur Landeswaldinventur bilden die Daten damit nicht die Situation auf der gesamten Waldfläche ab, was insbesondere bei der Erfassung des Wildverbisses deutlich wird. Die untersuchten Flächen im Landeswald waren zu 50 Prozent und im übrigen Wald sogar zu 80 Prozent zeitweise eingezäunt. Das erklärt auch, warum auf mehr als 90 Prozent der Flächen keine oder nur geringe Verbissschäden zu verzeichnen waren. Bereits mäßiger Verbiss (11 bis 30 Prozent) kann die Verjüngung erheblich beeinflussen.

Waldumbau ist Generationenaufgabe

Der Umbau von Kiefernmonokulturen in klimastabile Mischwälder wird im Land Brandenburg seit 1990 aktiv umgesetzt. Zwischen 2012 und 2021 wurden rund 18.700 Hektar umgebaut. In diesem Zeitraum wurden dafür knapp 28,5 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt. Im Rahmen einer Beratungsoffensive des Landes werden Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer gezielt bei der Bewirtschaftung unterstützt, um den Waldumbau weiter zu beschleunigen. Damit sich eine Verjüngung ohne Schutzmaßnahmen etablieren kann, sind angepasste Schalenwildbestände erforderlich.

Brandenburg verfügt als eines der waldreichsten Bundesländer über rund 1,1 Millionen Hektar Wald, was 37 Prozent der Landesfläche entspricht. Dieser Wald gehört zu zwei Dritteln privaten Besitzern und zu einem Viertel dem Land Brandenburg, die anderen Flächen sind Körperschaftswald. Die Wälder in Brandenburg werden durch Kiefern dominiert. Der Anteil der Mischwälder soll auf 40 Prozent erhöht werden. Zurzeit liegt der Anteil bei 25,6 Prozent (Quelle: Landeswaldinventur 2012/2013).

 

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