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23.11.2021

Niedrigwasserkonzept für das mittlere Spreegebiet veröffentlicht – Erstes regionales Niedrigwasserkonzept in Brandenburg geht an den Start

Cottbus – Die Erfahrungen der Trockenjahre 2018 bis 2020 sowie die Erarbeitung des Landesniedrigwasserkonzeptes Brandenburg, das diese Erfahrungen stärker berücksichtigt, erforderten auch eine grundlegende Überarbeitung des bereits seit 2006 bestehenden Niedrigwasserkonzeptes für das mittlere Spreegebiet. Im Auftrag des Umweltministeriums erarbeitete das Landesamt für Umwelt zusammen mit den zuständigen unteren Wasserbehörden sowie den Gewässerunterhaltungsverbänden eine angepasste Strategie, um künftig auftretenden Niedrigwassersituationen im mittleren Spreegebiet zu begegnen.

Niedrigwasserphasen im mittleren Spreegebiet traten bereits in der Vergangenheit auf. Deshalb hat das Landesamt für Umwelt schon 2006 ein Niedrigwasserkonzept für dieses Gebiet erarbeitet, in dem Maßnahmen in Abhängigkeit der Abflusssituation am Pegel Leibsch (Unterpegel) verankert waren. Die Zuspitzung von Trockenwetterphasen wie in den Jahren 2018 bis 2020 sowie die erforderlichen Anpassungen an das im Februar 2021 veröffentlichte Landesniedrigwasserkonzept Brandenburg verlangten eine grundlegende Überarbeitung des bestehenden Niedrigwasserkonzeptes für das mittlere Spreegebiet.

Während der Trockenjahre 2018 bis 2020 wurden zur Sicherstellung der Mindestabflüsse im Spreegebiet bereits eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen: Neben der Erhöhung der Abgaben der Talsperren im Einzugsgebiet wurden auch die Ausleitungen aus der Spree reduziert und zum Teil geschlossen, Schleusen mussten gesperrt sowie die Wasserführung im Spreewald auf einige Fließe konzentriert werden.

Das Landesamt für Umwelt hat das Konzept in enger Zusammenarbeit mit den im Gebiet zuständigen unteren Wasserbehörden und Gewässerunterhaltungsverbänden erarbeitet. Dieses Niedrigwasserkonzept ist damit auch das erste flussgebietsbezogene Niedrigwasserkonzept im Sinne des Landesniedrigwasserkonzeptes. Weitere flussgebietsbezogene Konzepte sind in Vorbereitung.

In dem Niedrigwasserkonzept sind, neben einer detaillierten Beschreibung des Gebietes sowie der relevanten Einflussfaktoren auf den regionalen Wasserhaushalt, Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung in Niedrigwasserphasen dargelegt. Dabei wird untergliedert in Maßnahmen der Niedrigwasservorsorge und des Niedrigwassermanagements bis hin zur Rückführung der ergriffenen Maßnahmen. Auch die künftige Umsetzung der Maßnahmen wird in Absprache mit den unteren Wasserbehörden erfolgen.

Das überarbeitete Niedrigwasserkonzept bildet den aktuellen Rahmen für die Niedrigwasserbewirtschaftung im mittleren Spreegebiet. Im Zuge der Umsetzung der Maßnahmen werden diese bewertet und gegebenenfalls angepasst.

Es ist davon auszugehen, dass vor dem Hintergrund des bevorstehenden Braunkohleausstiegs und des sich zuspitzenden Klimawandels häufiger Niedrigwasserphasen auftreten werden. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz und das Landesamt für Umwelt arbeiten deshalb weiterhin – auch gemeinsam mit den Ländern Sachsen und Berlin – an Strategien, um Niedrigwasser, den Auswirkungen des Klimawandels und des Braunkohleausstiegs auf den Wasserhaushalt zu begegnen.

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