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Richtlinien für den Wald(um)bau

Blick in einen Mischwald.
Blick in einen Mischwald.
© Michael Fahrig/ELER Brandenburg

Waldbaurichtlinien helfen bei der Bewirtschaftung

Ein Weg zur Umsetzung dieses Bewirtschaftungsgrundsatzes ist der langfristige Umbau von Nadelholzreinbeständen in gemischte Nadel-Laubwälder - der Waldumbau. Dabei erfolgt durch verschiedene waldbauliche Maßnahmen ein sukzessiver Wechsel hin zu einem standortgerechten und naturnäheren Wald. Waldbesitzer erhalten dazu Hilfestellung in Form von Waldbaurichtlinien. Für die Hauptbaumarten Kiefer, Buche und Eiche sowie für die Gestaltung von Waldrändern liegen diese Richtlinien bereits vor, für weitere Baumarten sind sie in Vorbereitung. Außerdem wurden für die Wälder Brandenburgs Bestandeszieltypen ausgewiesen die bei der richten Baumartenwahl helfen sollen und die bei der Inanspruchnahme von Fördermitteln für den Waldumbau berücksichtigt werden müssen.

Waldbaurichtlinien helfen bei der Bewirtschaftung

Ein Weg zur Umsetzung dieses Bewirtschaftungsgrundsatzes ist der langfristige Umbau von Nadelholzreinbeständen in gemischte Nadel-Laubwälder - der Waldumbau. Dabei erfolgt durch verschiedene waldbauliche Maßnahmen ein sukzessiver Wechsel hin zu einem standortgerechten und naturnäheren Wald. Waldbesitzer erhalten dazu Hilfestellung in Form von Waldbaurichtlinien. Für die Hauptbaumarten Kiefer, Buche und Eiche sowie für die Gestaltung von Waldrändern liegen diese Richtlinien bereits vor, für weitere Baumarten sind sie in Vorbereitung. Außerdem wurden für die Wälder Brandenburgs Bestandeszieltypen ausgewiesen die bei der richten Baumartenwahl helfen sollen und die bei der Inanspruchnahme von Fördermitteln für den Waldumbau berücksichtigt werden müssen.

  • Warum Brandenburg den Waldumbau braucht

    Der Kiefernanteil in Brandenburg liegt bei über 70 Prozent. Auf 40 Prozent der Waldfläche könnten jedoch stabilere, naturnähere und standortgerechtere Mischwälder wachsen. Mit dem Waldumbau soll der Anfälligkeit der kieferndominierten Wälder gegenüber Naturgefahren und Wetterextremen sowie schädigenden Insekten und Pilzen entgegengewirkt werden.

    In Brandenburg wurden in den Jahren von 1990 bis 2018 cirka 85.400 Hektar Kiefernwälder umgebaut. Die Ergebnisse der ersten landesweiten Waldinventur zeigen, dass für die nächsten 20 bis 30 Jahre ein theoretisches Umbaupotenzial von 5.000 Hektar pro Jahr vorhanden ist. Allerdings werden durchschnittlich nur 2.000 bis 2.500 Hektar umgebaut. Eine größere Fläche ist wenig sinnvoll, da sich nur mittelalte bis alte Kiefernbestände für den Umbau eignen. Und in diesen muss durch Holzeinschlag erst Platz und Licht für neue Baumgenerationen geschaffen werden.

    Der Kiefernanteil in Brandenburg liegt bei über 70 Prozent. Auf 40 Prozent der Waldfläche könnten jedoch stabilere, naturnähere und standortgerechtere Mischwälder wachsen. Mit dem Waldumbau soll der Anfälligkeit der kieferndominierten Wälder gegenüber Naturgefahren und Wetterextremen sowie schädigenden Insekten und Pilzen entgegengewirkt werden.

    In Brandenburg wurden in den Jahren von 1990 bis 2018 cirka 85.400 Hektar Kiefernwälder umgebaut. Die Ergebnisse der ersten landesweiten Waldinventur zeigen, dass für die nächsten 20 bis 30 Jahre ein theoretisches Umbaupotenzial von 5.000 Hektar pro Jahr vorhanden ist. Allerdings werden durchschnittlich nur 2.000 bis 2.500 Hektar umgebaut. Eine größere Fläche ist wenig sinnvoll, da sich nur mittelalte bis alte Kiefernbestände für den Umbau eignen. Und in diesen muss durch Holzeinschlag erst Platz und Licht für neue Baumgenerationen geschaffen werden.

  • Forstliches Vermehrungsgut

    Forstliches Vermehrungsgut trägt die genetische Information künftiger Waldgenerationen. Es entscheidet in Wechselwirkung mit dem Standort über Wuchsleistung, Wuchseigenschaften und Anpassungsfähigkeit an die Umwelt.  Wenn der Ausgangsbestand den Erwartungen an die nachfolgende Waldgeneration gerecht wird, ist die natürliche Verjüngung die beste Möglichkeit der Walderneuerung. Ist dies nicht oder nur bedingt der Fall, sollte der Waldbesitzer immer auf künstliche Verjüngungsverfahren zurückgreifen.

    Herkunft und Qualität des Saatguts

    Man sieht dem Vermehrungsgut nicht an, woher es stammt, ob es aus den Hochlagen oder einem niederschlagsarmen Tieflandsgebiet oder von irgendeinem Straßenbaum kommt. Die Erbanlagen sind am Vermehrungsgut mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Genetisch bedingte Nachteile werden oft erst nach Jahrzehnten erkannt. Ökologische und wirtschaftliche Schäden sind dann nicht mehr zu verhindern. Von der richtigen Wahl der Baumart und der Herkunft hängt die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Gesundheit zukünftiger Wälder entscheidend ab. Es sollte deshalb nur Saat- und Pflanzgut verwendet werden, welches aus zugelassenen Beständen stammt und die entsprechende Herkunft hat. Die "Herkunftsempfehlungen für forstliches Vermehrungsgut" unterstützen den Waldbesitzer bei der Auswahl der richtigen Herkunft. Für den Landeswald und bei der Förderung sind diese verbindlich anzuwenden. Das Erntezulassungsregister gibt Auskunft über potenzielle Erntemöglichkeiten in Saatgutbeständen und Samenplantagen.

    Rechtliche Grundlagen

    Durch eine umfangreiche Gesetzgebung soll die Identität des forstlichen Vermehrungsgutes sichergestellt werden. Der Waldbesitzer soll das erhalten, was er bestellt hat. Die rechtlichen Grundlagen sowie weitere Informationen sind auf der Internetseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter Kontrolle und Zulassung /Saat- und Pflanzgut/ Forstliches Vermehrungsgut zu finden. Bei Fragen zum forstlichen Vermehrungsgut oder wenn der Verdacht besteht, das "nicht das drin ist, was draufsteht", kann man sich an die genannten Ansprechpartner wenden.

    Forstliches Vermehrungsgut trägt die genetische Information künftiger Waldgenerationen. Es entscheidet in Wechselwirkung mit dem Standort über Wuchsleistung, Wuchseigenschaften und Anpassungsfähigkeit an die Umwelt.  Wenn der Ausgangsbestand den Erwartungen an die nachfolgende Waldgeneration gerecht wird, ist die natürliche Verjüngung die beste Möglichkeit der Walderneuerung. Ist dies nicht oder nur bedingt der Fall, sollte der Waldbesitzer immer auf künstliche Verjüngungsverfahren zurückgreifen.

    Herkunft und Qualität des Saatguts

    Man sieht dem Vermehrungsgut nicht an, woher es stammt, ob es aus den Hochlagen oder einem niederschlagsarmen Tieflandsgebiet oder von irgendeinem Straßenbaum kommt. Die Erbanlagen sind am Vermehrungsgut mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Genetisch bedingte Nachteile werden oft erst nach Jahrzehnten erkannt. Ökologische und wirtschaftliche Schäden sind dann nicht mehr zu verhindern. Von der richtigen Wahl der Baumart und der Herkunft hängt die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Gesundheit zukünftiger Wälder entscheidend ab. Es sollte deshalb nur Saat- und Pflanzgut verwendet werden, welches aus zugelassenen Beständen stammt und die entsprechende Herkunft hat. Die "Herkunftsempfehlungen für forstliches Vermehrungsgut" unterstützen den Waldbesitzer bei der Auswahl der richtigen Herkunft. Für den Landeswald und bei der Förderung sind diese verbindlich anzuwenden. Das Erntezulassungsregister gibt Auskunft über potenzielle Erntemöglichkeiten in Saatgutbeständen und Samenplantagen.

    Rechtliche Grundlagen

    Durch eine umfangreiche Gesetzgebung soll die Identität des forstlichen Vermehrungsgutes sichergestellt werden. Der Waldbesitzer soll das erhalten, was er bestellt hat. Die rechtlichen Grundlagen sowie weitere Informationen sind auf der Internetseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter Kontrolle und Zulassung /Saat- und Pflanzgut/ Forstliches Vermehrungsgut zu finden. Bei Fragen zum forstlichen Vermehrungsgut oder wenn der Verdacht besteht, das "nicht das drin ist, was draufsteht", kann man sich an die genannten Ansprechpartner wenden.

  • Erlass zur Sicherung gebietsheimischer Gehölze

    Bei Pflanzmaßnahmen kommen zwar heimische Gehölzarten zum Einsatz, aber das Pflanzmaterial stammt meist aus klimatisch anderen Regionen, oft aus Südost-Europa. Dadurch werden die an brandenburgische Standorte gut angepassten heimischen Strauchvorkommen zunehmend mit fremden Herkünften künstlich „unterwandert“. Wissenschaftler nennen dies „Florenverfälschung“. Diese kann auf Dauer zu einem Verlust an biologischer Vielfalt in unserer Landschaft führen.

    Seit einigen Jahren werden in Brandenburg heimische Strauchvorkommen gezielt für die Anzucht genutzt. Durch den hohen Aufwand bei der Verarbeitung der meist kleinen Ernte- und Anzuchtmengen sind diese Pflanzen teurer als Massenprodukte aus fremden Regionen, dafür garantiert der Anbieter Herkunft und Qualität dieser gebietsheimischen Gehölze. Als „gebietsheimisch“ werden Gehölze bezeichnet, die von heimischen Strauchvorkommen stammen und in einem bestimmten Naturraum über einen langen Zeitraum in vielfacher Generationenfolge erhalten geblieben sind.

    Gebietsheimische Gehölze sind herkunftsgesichert, das heißt, der Erntebestand liegt in einem Brandenburger Herkunftsgebiet und unterliegt strengen Auswahlkriterien. Die Ernte, Anzucht und Verschulung der Pflanzen wird nach festgelegten Mindeststandards kontrolliert. Bereits bei der Ernte erhält das Vermehrungsgut eine Identifikationsnummer, die es dann bis zum Verkauf der Pflanzen begleitet. Im Zweifelsfall kann die Herkunft mit dieser Nummer bis zum Ernteort zurückverfolgt werden.

    In einem gemeinsamen Erlass zur „Sicherung gebietsheimischer Herkünfte bei der Pflanzung von Gehölzen in der freien Natur“ haben sich die Forst- und Naturschutzbehörden 2013 verpflichtet, bei allen Gehölzpflanzungen in der freien Natur, insbesondere bei der Anlage von Waldrändern, Hecken sowie Feld- und Ufergehölzen, grundsätzlich gebietsheimische Pflanzen zu verwenden. Diese Regelung ist auf landeseigenen Flächen, bei der Gewährung von Fördermitteln und im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verbindlich anzuwenden. Damit sollen Risiken für die heimische Flora vermieden, die Anpassungsfähigkeit der Gehölze langfristig gesichert und die regionaltypische Artenvielfalt auf Dauer erhalten werden.

    Bei Pflanzmaßnahmen kommen zwar heimische Gehölzarten zum Einsatz, aber das Pflanzmaterial stammt meist aus klimatisch anderen Regionen, oft aus Südost-Europa. Dadurch werden die an brandenburgische Standorte gut angepassten heimischen Strauchvorkommen zunehmend mit fremden Herkünften künstlich „unterwandert“. Wissenschaftler nennen dies „Florenverfälschung“. Diese kann auf Dauer zu einem Verlust an biologischer Vielfalt in unserer Landschaft führen.

    Seit einigen Jahren werden in Brandenburg heimische Strauchvorkommen gezielt für die Anzucht genutzt. Durch den hohen Aufwand bei der Verarbeitung der meist kleinen Ernte- und Anzuchtmengen sind diese Pflanzen teurer als Massenprodukte aus fremden Regionen, dafür garantiert der Anbieter Herkunft und Qualität dieser gebietsheimischen Gehölze. Als „gebietsheimisch“ werden Gehölze bezeichnet, die von heimischen Strauchvorkommen stammen und in einem bestimmten Naturraum über einen langen Zeitraum in vielfacher Generationenfolge erhalten geblieben sind.

    Gebietsheimische Gehölze sind herkunftsgesichert, das heißt, der Erntebestand liegt in einem Brandenburger Herkunftsgebiet und unterliegt strengen Auswahlkriterien. Die Ernte, Anzucht und Verschulung der Pflanzen wird nach festgelegten Mindeststandards kontrolliert. Bereits bei der Ernte erhält das Vermehrungsgut eine Identifikationsnummer, die es dann bis zum Verkauf der Pflanzen begleitet. Im Zweifelsfall kann die Herkunft mit dieser Nummer bis zum Ernteort zurückverfolgt werden.

    In einem gemeinsamen Erlass zur „Sicherung gebietsheimischer Herkünfte bei der Pflanzung von Gehölzen in der freien Natur“ haben sich die Forst- und Naturschutzbehörden 2013 verpflichtet, bei allen Gehölzpflanzungen in der freien Natur, insbesondere bei der Anlage von Waldrändern, Hecken sowie Feld- und Ufergehölzen, grundsätzlich gebietsheimische Pflanzen zu verwenden. Diese Regelung ist auf landeseigenen Flächen, bei der Gewährung von Fördermitteln und im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verbindlich anzuwenden. Damit sollen Risiken für die heimische Flora vermieden, die Anpassungsfähigkeit der Gehölze langfristig gesichert und die regionaltypische Artenvielfalt auf Dauer erhalten werden.


Forst
 

Kontakt

Abteilung 3 - Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Forsten
Abteilung:
Referat 35
Ansprechpartner:
Martina Heinitz
E-Mail:
martina.heinitz@­mluk.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 866-7645