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03.12.2020

Umweltminister Axel Vogel zum Weltbodentag (5.12.): Mit angepasster Landnutzung, Moorschutz und Entsiegelung Herzstück der Umwelt schützen

Potsdam – “Böden sind zusammen mit Wasser und Luft unsere wichtigste Lebensgrundlage. Sie sind ein begrenztes und nicht vermehrbares Gemeinschaftsgut mit lebenswichtigen Funktionen für uns Menschen und die Ökosysteme. Zunehmenden Flächenversiegelungen und intensiven Nutzungen wollen wir mit einem Moorschutzprogramm, Initiativen für eine bodenschonende Landwirtschaft und einer Entsiegelungsstrategie entgegenwirken“, sagt Brandenburgs Umwelt- und Landwirtschaftsminister Axel Vogel zum Weltbodentag am 5. Dezember. Anlässlich des Aktionstages wird das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz seine Steckbriefe „Brandenburger Böden“ erweitern und veröffentlichen.

Muddemoor und der Gartenboden Hortisol gehören nun neu zu den insgesamt 33 wichtigsten Bodentypen in Brandenburg, die in den „Boden-Steckbriefen“ erfasst sind. Außerdem sind dort sogenannte Themensteckbriefe aufgenommen, nun auch zu den Aspekten „Moorfolgeböden“, „Bodenfruchtbarkeit“ und „Archive der Naturgeschichte“.

Die unter https://mluk.brandenburg.de/info/steckbriefe-brandenburger-boeden eingestellte Zusammenstellung richtet sich an Praktikerinnen und Praktiker aus Land- und Forstwirtschaft, an Studierende, Interessierte sowie an die Wissenschaft.

Aktuell werden intensiv die Wechselwirkungen zwischen Böden mit ihren Funktionen und dem Klimawandel sowie zwischen Bodenfunktionen und den Einflüssen verschiedener Nutzungsformen in der Fachwelt und Öffentlichkeit diskutiert. Dabei geht es um Böden als Quelle und Senke von Treibhausgasen, den Umgang mit kohlenstoffreichen Böden, Bodenerosion durch Wind und Wasser, den Schutz natürlich gewachsener Böden und den Erhalt der natürlichen Bodenfruchtbarkeit. Die Erkenntnisse fließen auch in die Klimaschutzstrategie des Landes, in das Moorschutzprogramm und die Entsiegelungsstrategie zur Reduzierung des Flächenverbrauchs ein.

Boden des Jahres 2021

Der Lössboden, der von Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe mit dem „Kuratorium Boden des Jahres“ am Freitagvormittag (4.12. https://bit.ly/2VtlnwQ), traditionell zum Weltbodentag, zum „Boden des Jahres 2021“ gekürt wird, ist in Brandenburg weniger anzutreffen. Reine Lösse gibt es in Brandenburg keine; im Süden des Bundeslandes kommen aber Sandlösse und Lösssande verbreitet vor.

Der meiste Löss entstand in der letzten Eiszeit vor 13.000 bis 115.000 Jahren. Gletscher und Frost zerkleinerten damals Felsen und Steine zu Gesteinsmehl, das durch Verwehungen als Lössablagerung kilometerweit entfernt vom Ausblasungsort niederfiel. Die entstandenen Lössböden sind einfach zu bearbeiten, ertragreich und können das Wasser für Pflanzen gut nutzbar speichern und leiten. Sie wurden schon früh besiedelt und ackerbaulich genutzt – bis heute. Weil sich Lössboden ohne eine neue Eiszeit nicht wiederbilden kann, ist dieser Boden besonders zu schützen. Informationen sowie Faltblätter und Poster zum Lössboden bietet das Umweltbundesamt an. Die Steckbriefe zu den Böden des Jahres findet man beim Bundesverband Boden zum Download.