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20.05.2020

Über 100 Waldbrände im Land Brandenburg – Vogel: Früherkennung funktioniert – Waldumbau vorantreiben

Potsdam –  Mit steigenden Temperaturen erhöht sich nun auch wieder die Waldbrandgefahr im Land.  Die extreme Trockenheit des Frühjahrs erweist sich als brandgefährlich: Von März bis Mitte Mai dieses Jahres gab es in Brandenburg bereits mehr als 100 Waldbrände – 14 Hektar Wald wurden dadurch geschädigt. In fast 20 Prozent besteht der Tatverdacht der Brandstiftung. Forstminister Axel Vogel: „Brandenburg ist mit Abstand das Bundesland mit den meisten Waldbränden. Dank der professionellen Waldbrandüberwachung in der neuen Waldbrandzentrale können Feuerwehren schnell alarmiert, die Ausbreitung der Brände verhindert und die Schäden in den meisten Fällen geringgehalten werden. Entscheidend aber ist und bleibt die Vorbeugung durch konsequenten Waldumbau.“

2018 und 2019 mussten die Feuerwehren jeweils mehr als 400-mal ausrücken und waren bei zahlreichen Einsätzen tagelang gefordert. Auch in den beiden Jahren wurde die Zahl von 100 Waldbränden jeweils Ende Mai bereits überschritten. Im Jahr 2018 fielen bis zu diesem Zeitpunkt bei 121 Waldbränden bis Ende Mai rund 47 Hektar zum Opfer, 2019 waren es in 106 Waldbränden mehr als 40 Hektar.

Axel Vogel: „Die vielen Waldbrände der letzten beiden Jahre und die mit dem Wassermangel verbundenen Waldschadensbilder zeigen für jeden erkennbar, dass wir dringend Strategien zur Anpassung der Wälder an die zunehmenden Extremwetterereignisse erarbeiten und zugleich in deren Umsetzung einsteigen müssen. Deshalb werden wir den Umbau hin zu mehr naturnahen Laubmischwäldern vorantreiben. Waldbrandgebiete werden wiederaufgeforstet und auf früheren Kiefernmonokulturen sollen stabile Mischwälder entstehen. Das sind Teile unseres Waldumbauprogramms, für das wir in diesem Jahr 4 Millionen Euro bereitgestellt haben.“

Ab Gefahrenstufe 3 überwachen 106 Kameras die Wälder

Ab Gefahrenstufe 3 (mittlere Gefahr) geht neben den Bereitschaftsdiensten im Forst die automatisierte Früherkennung in Betrieb. Hochauflösende Sensoren registrieren die Rauchwolken über den Baumkronen und melden dies an eine der Waldbrandzentralen im Land. „Im März 2020 haben wir in Wünsdorf die modernisierte Zentrale Süd in Betrieb genommen. 2021 geht in Eberswalde die Zentrale Nord ans Netz und löst die alten Überwachungszentralen in Belzig, Kyritz und Eberswalde ab“, so Axel Vogel. Die zwei Waldbrandzentralen seien dann auch besser mit den Leitstellen der Feuerwehren verknüpft.

Die täglich um 8.00 Uhr verbindlich aktualisierten Gefahrenstufen für die jeweiligen Landkreise gelten 24 Stunden.

Axel Vogel: „Der hohe Anteil von Bränden, die auf Brandstiftung zurückzuführen sind, ist erschreckend. Offene Feuer, weggeworfene Zigarettenreste oder Streichhölzer können in der aktuellen Situation der Wälder buchstäblich zum Flächenbrand werden. Ich appelliere mit Nachdruck an alle, die Warnungen zur Verhinderung von Waldbränden ernst zu nehmen und einzuhalten. Der Wald als Wasserspeicher, als Sauerstoff- und Kühlungsspender, als Ort der Erholung und der Ruhe, darf angesichts der ohnehin schon alarmierenden Situation durch Leichtsinnigkeit nicht noch mehr gefährdet werden. Es ist im wahrsten Sinne ein Spiel mit dem Feuer.“  

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